Attraktion Dackl & Teilchen

Aufgrund widriger Umstände (wir sind leider beide krank, ich ein bisschen, aber Christian hat’s so richtig erwischt) stehen wir schon den 2. Tag auf einem Schlafplatz am Bergerl oberhalb eines Stausees. Ein netter älterer Marokkaner hat uns davon abgeraten, an einem am späten Nachmittag perfekt aussehenden Seeplatz zu übernachten.

 


Das wäre ein Ort, an dem des Nächtens viele Jugendliche und Junkies kommen würden, die sehr lästig wären. Wir sollten doch ein Stückchen auf den Berg rauffahren, da sei es schön ruhig. Man kann sich denken, was er meint, liegen doch viele Scherben und Flaschenkapseln herum. Deshalb beherzigen wir seinen Rat und machen und auf die Suche nach einem anderen Schlafplatz. Wie immer gar nicht so einfach, wenn man sich kurz vor Anbruch der Dunkelheit auf die Suche macht. Wir finden nichts optimales, daher stehen wir auf einem kleinen Plateau ein bisschen unterhalb einer Straße (die ich nichtmal in der Karte eingezeichnet hab) etwas abseits der Route, die wir, wenn wir wieder gesund sind, weiterfahren werden. Wird schon passen, für die Nacht, haben wir uns gedacht, noch unwissend, dass das für etwas länger unser Vorgarten sein würde. 

 



Eigentlich stehen wir eh mitten im Nichts, das Straßerl ist wenig befahren und es ist, bis auf Hundegebell und Krähen von Hähnen aus der Ferne) wirklich sehr ruhig in der Nacht. Aber am Samstag um halb 8 in der Früh kommen Schaaren von Schulkindern den Berg herunter. Dass da plötzlich ein Auto mit aufgeklapptem Dach steht und das Teilchen draußen Tee kocht sorgt bei den Buben für helle Aufregung. Eilig scheinen sie es nicht in die Schule zu haben, sie stehen ca eine halbe Std. mit Sicherheitsabstand zu uns herum und schauen uns an. Und haben eine RIESENGAUDI dabei! Ich gebe den Kleineren ein paar Süßigkeiten und sie ziehen mit Gezeter ab. Die Mädchengruppen die vorbeikommen sind schüchterner, schauen zwar, trauen sich aber nicht her und gehen auch gleich wieder weiter. Irgendwann scheinen alle Kinder in der Schule zu sein und es wird wieder ruhig. Aber jedes Auto, meist sind es alte Mercedesusse, vollbepackt mit Menschen und/oder irgendwelchen Sachen, hupt uns an, die Leute rufen, johlen und schreien und heißen uns willkommen. Ein PKW Fahrer bleibt sogar stehen, schiebt zurück, zückt sein Handy und fotografiert uns. 

 


Marokkanischer Schulbus 

 

Als die Kinder wieder heimkommen wiederholt such das Theater, sie kommen jetzt schon näher, stehen einfach da und schauen uns gefühlt stundenlang an. 

Manche setzen sich 2 Meter neben uns auf den Boden und tuscheln miteinander. Die älteren trauen sich mehr und wollen wissen, wie ich heiße und Fotos mit mir machen. Leider kann keiner von ihnen mehr als 3, 4 Worte Englisch und ich leider nicht Französisch. So ist die Verständigung etwas holprig. Mit der Zeit wird das Ganze ganz schön anstrengend für mich (ich sitz alleine draußen, der fiebergeplagte Dackl schläft) immerfort angestarrt zu werden und nach meinem Namen gefragt zu werden. Auch beginnen sie nach Süßigkeiten zu betteln und geben keine Ruhe, als ich sage ich hab nix mehr. (Nie wieder mach ich den Fehler Süßigkeiten auszuteilen an einem Platz, an dem wir länger bleiben).

Als die Sonne weg ist und es kühler wird, verzieht sich die Meute die und es wird wieder ruhig. 

Heute, Sonntag, zum Glück schulfrei, hatten wir fast den ganzen Tag Ruhe und Sonnenschein (hab schon eine rote Nase, obwohl ich mich eh eingeschmiert hab).

Nur am späten Nachmittag kamen wieder ein paar Kinder, die mich ewig einfach nur angestarrt haben. 

Es ist wirklich erstaunlich, welche Attraktion wir hier zu sein scheinen.

 

 

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