Albanien, absolute Stille – ein magischer Platz

Unsere 3. größere Tour bringt uns in den Frasher Nationalpark und an den wunderschönen Fluss Vjosa.

Wir wählen die etwas touristischere Route nach Frashër, eine einfache Schotterpiste. Ab Frashër geht’s dann in süd-östlicher Richting weiter nach Përmet.

Diese Brücke erschien uns eher nicht so vertrauenswürdig…..

…..da fahr ma lieber neben der alten Steinbrücke durchs Wasser…..

Solche Löcher in den Brücken stören uns hingegen nicht….

Hier sind keine Touristen mehr unterwegs. Ja eigentlich gar keine Menschenseele. Der Weg wird anspruchsvoller und ziemlich schmal am Abhang entlang. Zum Glück kommt uns nirgends ein anderes Fahrzeug entgegen, denn Ausweichmöglichkeiten gibts keine. Oft ist es in den Kehren so eng, dass das Hinterrad nur mehr 3 Zentimeter vom Abgrund entfernt ist. Zum Glück alles auf der Fahrerseite und ich muss nicht direkt in den Abgrund schauen. Mit einem größeren Auto, als unseren Bremi, wär da schon kein Durchkommen mehr.


So schaut’s aus, wenn der Fahrer aus dem Fenster schaut.


Zum Glück sitz ich auf der anderen Seite und muss das nicht sehen!
Einmal wird der schmale Grat etwas breiter und es gibt eine Abzweigung in ein Dorf, das wohl den Hang hinauf gelegen sein muss. Ein alter Opi treibt grad seine Kuh nach Hause. Er geht an uns vorbei, dreht dann aber um und fragt, ob wir mit zu ihm auf einen Kaffee kommen möchten. Da es wieder mal ziemlich spät am Abend ist, bald finster wird und wir noch keinen Schlafplatz haben, lehnen wir diesmal dankend ab. Hier heroben brauchst du für 3 – 4 km ja gleich mal eine halbe Stunde und wir möchten noch ein paar Meter gewinnen….
Plötzlich tut sich auf der linken Seite ein Hochplateu auf. Unser Schlafplatz ist gefunden. Umringt von der schönen Bergkulisse schlagen wir unser Lager auf und nehmen einen Sundowner. Der Hinmel hat sich schon dunkelrot gefärbt, ein wunderschöner Anblick und absolute Stille ringsum. Wahrlich ein magischer Platz!

Um 6 Uhr in der Früh beginnt die ganze Wiese plötzlich extrem laut zu summen. Als ob ein Riesen-Killermücken-Schwarm genau über dem Zelt steht. Aber es sind nur liebe kleine Bergbienen, die die Blümchen in der verdorrten Wiese stürmen, ehe es zu heiß wird. Um 9 Uhr sind sie wieder alle weg. Inzwischen sind aber von einem Reiter die Kühe aus dem Dorf gebracht worden, die zuerst neugierig an unseren Sachen schnuppern und sich dann den Abhang zu saftigerem Gras hinunterstürzen.
Wir frühstücken und lassen die Drohne noch ein bisschen fliegen, dann geht’s weiter.

Nicht weit den Weg weiter talwerts kommen wir an einem recht großen Dorf  aus Steinhäusern vorbei. Am Weg steht eine alte Schubraupe. Ob die wohl noch benutzt wird?

Gemüsegärten, Weingärten, Obstbäume, Bienenstöcke, Ziegenställe, Satschüsseln. Sie scheinen alles zu haben, was sie brauchen. An der Quelle am Wegesrand  füllen wir unseren Wassertank an und freuen uns über ein paar Schlucke eiskaltes Wasser.

Auf dem Weg ins Tal folgen wir teilweise dem Flüsschen Lengarica, das einen tiefen Canyon in die Felsen gefräst hat. Leider ist die Sicht meist durch Bäume verdeckt.

Wieder auf der Hauptstraße folgen wir der Vjosa. Ein schöner Fluss, mit blau-grün schimmerndem Wasser, der sich manchmal eng durch Felsen schmiegt, manchmal wird das Flussbett breiter und kleine Strände tun sich auf. Rund um Përmet baden viele Leute im Fluss. Es ist drückend heiß, um die 40 Grad, wir kaufen schnell das notwendigste ein und suchen uns dann auch ein Platzerl am Fluss. Ein paar Kilometer außerhalb von Përmet finden wir einen Weg zum Flußbett. Unten tut sich sogar ein Sandstrand auf. Aber leider von Ziegen komplett zugeschissen. Geruchstechnisch nicht so der Burner.

2 km weiter hab ich auf der Karte noch ein Wegerl zum Fluss runter. Zwar nicht exakt an der eingezeichneten Stelle, aber unweit davon, kann man wirklich ganz runter fahren. Fahrzeugspuren gibt es hier keine, da war wohl schon länger niemand mehr. Wir haben Glück, der Platz ist nicht groß, aber ganz schön, mit kleiner Sandstrandterrasse und auch gut geeignet zum ins Wasser gehen. Was wir auch gleich machen, herrlich die Abkühlung! Auch am nächsten Tag ist es wieder so heiss, wir sind zu keinen großartigen Taten fähig, chillen am Fluss und beschließen am nächsten Vormittag eine kleine Raftingtour auf der Vjosa zu machen. Beim Herfahren haben wir am Straßenrand einen Raftingclub gesehen.

Alma und ihr Team von der Albania Rafting Group sind sehr nette Leute und sie bereiten uns ein schönes Erlebnis. Das Wasser ist um diese Jahreszeit nicht wild, Stufe 2 von 6, da der Fluss im Sommer wenig Wasser hat. Die Landschaft ist dafür wunderschön. Und auch ein paar Passagen mit Wellen sind dabei. Für mich als Raftinganfänger ausreichend und es macht wirklich Spaß. Als Überraschung dürfen wir in einer der wilderen Passagen auch  Hydrospeed fahren. Voll cool!


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