Marokko – die ersten 17 Tage – Teil 1

15.2. Ankunft am Fährhafen in Tanger Med um ca 21:45, kurz vor Mitternacht sind wir dann mit Papierkram und Anstellen bei der Zollabfertigung durch. Ein bisschen Bammel hatten wir schon, dass wir gefilzt werden, haben wir doch zwei, drei deklarierungspflichtige Sachen an Bord. Die Gruppe von deutschen G Fahrern, die sich ein paar Autos vor uns angestellt haben, haben schon das Hubdach und ein paar Kisten aufmachen müssen. Geschweige denn, die komplett angepackten marokkanischen Autos, die am Dach mindestens einen genau so hohen Aufbau aus Matratzen, Autoreifen, Fahrrädern, Möbeln und anderem Kramuri hatten, wie das Auto hoch ist, die tatsächlich ALLES abladen mussten. Aber uns haben sie zum Glück gleich weitergewunken und Christian hat sich nur zum Abstempeln der Papiere anstellen müssen. Der Zöllner ist aufgestanden hat salutiert und gesagt: „welcome to moroco, my frend“. Gefragt hat er nicht nach Alkohol, sondern 2x  nach einer Drohne, was der Dackl natürlich verneint hat und nach Waffen. Christian sagt: „Arms? No  arms! We are from Austria. We don‘t have arms. We are on holiday.“

Ziemlich froh verlassen wir dann das Zollgelände kurz vor Mitternacht und haben natürlich keinen Plan, wo wir schlafen sollen. Bis zum nächsten Campingplatz ist es zu weit für diese Uhrzeit. Aber wir haben Glück und finden gleich ein paar Kilometer vom Hafen einen privaten Parkplatz der zu einer Apartmentanlage und einem Café gehört und da ist tatsächlich um diese Zeit noch eine Art Parkwächter da. Den fragen wir, ob wir hier schlafen können und er winkt uns gleich rein. Wir kriegen auch im Café noch einen marokkanischen Tee mit vieeeeel Zucker und Minze und fallen müde ins Bett.

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Um halb 6 in der Früh werden wir von den Gebetsrufen des Muhezins geweckt, der Lautsprecher gefühlt neben meinem Ohr. Nach einem Frühstück mit gebratenen Eiern und marokkanischem Tee (wieder mit vieeeel Zucker) machen wir uns auf den Weg um in Tanger noch ein paar Sachen zu checken. Am späten Nachmittag kommen wir dann in Chechaouen, der blauen Stadt am Rifgebirge an. Wir haben Glück, es ist Markttag. Der Souk erstreckt sich über einige Starßenzüge, unzählige Standln mit allem was man sich vorstellen kann. Obst, Gemüse, Fisch, Nüsse, Hendln (teilweise noch lebend), Eier, Kräuter, Gewand, Schuhe, Elektroschrott, Kosmetika, Werkzeug und vieles mehr werden teilweise einfach am Boden (manchmal auf einer Plane, manchmal wirklich direkt am Boden) angeboten. Menschenmassen schieben sich durch die Gassen, die Ware wird lautstark angeboten, zwischendurch drängen sich Autos und Mopeds mit lautem Hupkonzert durch. Man kann sich kaum vorstellen, wie es da zugeht! Es herrscht eine Geräuschkulisse in der Stadt, die man sogar noch von weiter oben am Berg hören kann.

Da es wieder mal spät ist, als wir mit der Markterkundung fertig sind, fahren wir zum Campingplatz der oberhalb der Stadt am Berg liegt. Dort sehen wir auch einige bekannte Gesichter von der Fähre wieder. Da wir seit der Fähre beide etwas marod sind (da war sicher irgendwas mit der Klimaanlage nicht in Ordnung, da uns auch andere Fährpassagiere erzählen, dass sie seit ser Überfahrt krank sind) und wir deshalb zu faul zum kochen sind machen wir uns noch mal zu Fuß auf in die Medina. Der Weg vom Berg runter ist abenteuerlich und romantisch, es geht über Steinstufen durch Gebüsch mit wunderbarem Blick auf die beleuchtete Stadt. Da es halb 8 Uhr abends ist, als wir den Abstieg wagen, ist es Zeit für die Gebetsrufe. Eine beeindruckende Akustik, da nach und nach immer mehr Muhezins in das Gebet einstimmen.

@ Video

In der Medina herrscht noch immer wildes Treiben. Wir machen uns auf die Suche nach einem Lokal. Gar nicht so einfach, da es hauptsächlich Fastfood Läden gibt. Mehrmals werden wir von Leuten angequatscht, die uns „helfen“ wollten. Da muss man aber aufpassen, die wollen dann hinterher meist Geld dafür und können ziemlich ungemütlich werden. Aber ist gibt auch nette Leute, so fragt uns ein älterer Mann, der aus eine kleinen Straßenwerkstadt rausschaut, was wir denn suchen und sagt uns, wo wir Restaurants finden können.

Am 2. Tag machen wir uns nach einem interessanten Plauscherl mit den TrailPunkz (www.trailpunkz.com) aus Deutschland, die wir auf der Fähre getroffen haben, und die demnächst auf eine 3 jährige Weltreise gehen (neidigbin) für unsere Verhältnisse relativ früh auf, da wir beide aufgrund unserer extremen Verkühlung nicht gut geschlafen haben. In 6,5 Std schaffen wir 103km. Wir sind immer noch im Norden. Wir fahren zwar laut Karte auf einer  relativ guten Strasse, aber es geht wild bergauf und bergab und die Strasse ist doch nicht so gut wie gedacht.

Mittagessen in Bab Taza

Am späten Nachmittag erreichen wir einen großen Stausee und und wir sehen schon vom Berg runter einen Platz, der sich ideal als Übernachtungsplatz anbietet. Keine Häuser in der Nähe und etwas unterhalb der Straße direkt am See. Wir packen Tisch und Sessel aus und schenken uns mal ein Gin Tonic ein. Aber wir sind nicht lange allein. Zuerst kommen 3 Buben, die wahrscheinlich auf dem Heimweg von der Schule sind, die trotz der Sprachbarriere recht gesprächig sind. Dann noch ein paar Frauen, auf vollbepackten Eseln, die für marokkanische Frauen auch ziemlich offen sind und gleich mit Gejohle herkommen. Alle, sowohl die Kinder, als auch die Frauen, wollen Fotos mit uns machen. Es sollte sich herausstellen, dass die Freundlichkeit der Frauen nicht ohne Hintergedanken war, denn zum Schluss wollten einige von ihnen Geld von uns und waren böse, als sie nichts bekommen haben. Aber das hat der Dackl gar nicht mitbekommen, denn der hat sich inzwischen mit einem pensionierten Professor, ziemlich lautstark auf frenglisch unterhalten. Dieser hat gemeint, dass da doch nicht so ein guter Platz zum Übernachten ist, da das ein Ort sei, an dem des Nächtens viele Jugendliche und Junkies kommen würden, die sehr lästig wären. Wir sollten doch ein Stückchen auf den Berg rauffahren, da sei es schön ruhig. Man kann sich denken, was er meint, liegen doch viele Scherben und Flaschenkapseln herum. Als er sich verabschiedet fragt er uns nach Alkohol. Wir tun mal ganz verwundert und fragen ihn ob er denn Alkohol trinke. Jaja, sagt er, aber nur zu Hause. Gut, dann geben wir ihm ein bisschen Nussschnaps.

Attraktion Dackl & Teilchen

Am Montag, 26.2. ist der Dackl wieder soweit fit, dass wir unseren Notkrankenschlafplatzbverlassen können. Wir fahren ein Stück Richtung Fès. Das Wetter schlägt um, es zieht zu und der Wind wird immer stärker. Noch immer nicht ganz fit suchen wir wieder mal einen Notschlafplatz und fahren von der Hauptstraße ab in einen Weg, der ein bisschen in die Hügel führt. Wieder überall Olivenbäume und eine große Schafherde. Plötzlich stehen wir auf einem Bauernhof. Dort arbeiten 2 Männer, die sofort checken, dass wir einen Schlafplatz suchen. Sie deuten uns, dass wir hier schlafen können, bieten uns sogar einen Platz im Haus an. Wir sind zufrieden mit einem Platz in der Wise etwas abseits der Gebäude. Kaum stehen wir auf unserem Platz beginnt es zu regnen und auch die Schafherde, die wir unterwegs getroffen haben, gehört hier her und kehrt nun heim. Die Nacht ist feucht und stürmisch. In der Früh, als wir losfahren wollten hat sich natürlich die Wiese durch den Regen so aufgeweicht, dass wir nicht wegkommen.  Die Hinterräder stecken schon bis zur Hälfte im Schlamm. Wir wollen die Wiese des Bauern nicht komplett umackern, drum geben wir nicht alles um uns freizukriegen und schon ist zum ersten Mal die Seilwinde imEinsatz. Zum Glück gibts genug relativ grosse Olivenbäume. Inzwischen sind auch die Arbeiter vom Hof auf uns aufmerksam geworden und einer hilft brav mit die Winde auszuziehen. Schnell sind wir wieder frei und schenken den Arbeitern noch ein paar Tschick, für die knietiefen Löcher, die wir hinterlassen haben.

Wir wollen weiter in den Südosten in Richtung einiger Offroadtracks, die wir in Angriff nehmen wollen. Der Weg führt uns über das Atlas Gebirge, bei Ifrane gibts Schnee und am Straßenrand werden Rodeln, die aus alten Ski und Holzoaletten zusammengebastelt sind, verliehen.

Einige Berberaffen betteln am Straßenrand.

Leider geht so stark der Wind, dass wir uns nicht vorstellen können irgendwo hier am Berg zu schlafen. Plätze mit schöner Aussicht gäbe es genügend. Drum landen wir am Abend bei einem kleinen Campingplatz bei Zaida.

Am 28.2. wollen wir unsre erste richtige Offroad Tour starten, den Cirque Jaffar, eine beeindruckende Schlucht, die in einem Talkessel mündet. Wir campieren beim Eingang der Schlucht. Vom Berg lacht der Schnee runter und als die Sonne weg ist wird’s kalt, windig und ungemütlich.

Ein deursches Pärchen, das wir schon am Campingplatz getroffen haben hat den gleichen Plan wie wir und so erkunden wir am nächsten Morgen gemeinsam zu Fuss ein Stückchen der Schlucht. Leider müssen wir ziemlich bald feststellen, dass in den Teilen der Schlucht, wo die Sonne nicht wirklich hinkommt, noch viel Schnee liegt und diese unbefahrbar ist. Schade!

Ich hab genug von Schnee, Wind und Kälte, daher machen wir uns auf den Weg in Richting Südosten zum Erg Chebbi, dem größten zusammenhängenden Sanddünengebiet marokkos und landen am 1.3. am Abend in Meski. Der Campingplatz liegt wunderschön in einer Palmenoase mit Blick auf das?????alte Kasber. Am Eingang zum Campingplatz gibt es ein paar Souvenir Läden mit geschäftstüchtigen Inhabern. Einer davon Mohamed, ich hab ja zuerst gedacht er gehört zum Campingplatz, da er uns eingewiesen hat und Begrüßungstee gekocht hat, hat uns gleich auf meine Frage hin, ob es denn im kleinen Restaurant ein Frühstück gäbe, zu sich nach Hause zum Frühstück eingeladen.

Natürlich will er uns in seinem Laden dann einen von seiner Familie selbstgemachte. Teppich andrehen, da ich aber so ganz und gar kein Teppichfan bin kauf ich ihm zwei schöne Tücher ab.

Am 2.3. begeben wir uns auf unseren 1. richtigen Offroadtrack. Von Boundit nach Merzouga sind wir 3 Tage unterwegs. Endlich mal viel viel Nichts, Landschaft, Ruhe, Staub und nur ein paar Esel, Ziegen und Kamele. Wir haben 2 schöne Schlafplätze unterwegs. Einmal unter einer schönen Palme in der Nähe eines Brunnens, der in der Früh von wilden Eseln, wasserholenden Frauen und einer Schaf/Ziegenherde bevölkert wird.

Das zweite Mal auf einer Hochebene in einer bizarren Steinlandschaft. Leider zieht wieder ein Sandsturm auf und die herrliche Aussicht ist bald beim Teufel. Wir verziehen uns mit unserem Bremi in eine Felsnische, damit wir nicht vom Plateau geweht werden.

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Am Abend des 3. Offroadtages erreichen wir das Erg Chebbi, vefahren uns gleich in den Dünenausläufern und landen in einer Palmenfarm. Der Farmer, der anscheinend auf eine Mitfahrgelegenheit wartet, öffnet uns eine Absperrung, springt auf der Fahrerseite auf das Drittbrett auf und fährt mit quer durch die niedrigen Dünen in sein Dorf. Die erste Sandprobe haben der Dackl und der Bremi mit Bravour gemeistert. Der Farmer, Ibraham, lädt uns auf Tee ein und  meint, wir könnten gleich hier neben seinem Haus schlafen. Wir sind etwas unschlüssig, was wir machen sollen, da es schön wieder ziemlich nach Sandsturm aussieht und ein ausgesetzter Platz irgendwo im Nichts auch nicht gerade ideal erscheint. Ich will aber eher nicht neben Ibrahams Haus übernachten, mitten im Dorf hat man keine Ruhe, Kinderschaaren eilen sofort wieder herbei und rundum herrscht geschäftiges Treiben. Außerdem wo soll man denn in der Nacht auf die Toilette gehen, man kann ja schwer mitten im Dorf auf die Straße ludeln. Also trinken wir Tee und Rum mit Ibraham (ja, auch er trinkt Alkohol), die Kinder bekommen Süßigkeiten und wir ziehen weiter.

Wir landen auf einem kleinen Campingplatz in einem kleinen Dorf vor Merzouga und legen am 5.3. erstmal einen Tag Pause ein und nutzen die Infrastruktur zum Haarewaschen, „Wohnungputzen“ und Wäschewaschen.

Am späten Nachmittag machen wir einen auf Touris und machen eine Kameltour in die Dünen zum Sonnenuntergang.

Ganz schön groß und schaukelig, diese Kamele!

Wir haben zwischendurch ein bisschen Action und beobachten einen Truck beim Sich-Eingraben und wieder Befreien.

Am nächsten Morgen schmeißen wir uns mit dem Bremi noch ein bisschen in die Dünen. Aufregend, wenn man noch nie so richtig in Sand gefahren ist.

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Als wir aufbrechen wollen, sehen wir ein Actionmobil mit GU Kennzeichen, Elke und Christian von http://www.styros-weltreisen.at. Wir plaudern ein bisschen und werden die beiden spätestens beim OTA Globetrotterrodeo am Erzberg wiederzreffen, wo sie einen Vortrag ihrer Reisen der letzten 10 Jahre geben werden.

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