Evia – windige und chillige Tage zum Abschluss

Es gefällt uns sehr gut an unserem Platzerl am Strand. Gleich hinter uns gibt es ein kleines Plateau, das von Büschen eingerahmt ist, die ein bisschen wie Hanfpflanzen aussehen, mit einem großen schattenspendenden Olivenbaum.

Das ist auch ein sehr beliebtes Ziegenplatzerl und schauen diese am späteren Nachmittag bei uns vorbei.

Der Strand ist riesig, aber nur von sehr wenigen Tagesgästen besucht. Der Weg scheint dann doch vielen zu weit oder zu holprig zu sein.

Wir haben ein nettes Plauscherl mit einem jungen Pärchen aus Athen. Sie freuen sich über das Zirberl und das kalte Bier, das wir ihnen anbieten.

Unser Zirberl kommt generell sehr gut an bei den Griechen. Sie mögen den harzigen Geschmack.

Am 3. Nachmittag kommt ein älteres Paar mit Campingausrüstung an. Sie fragen uns sehr nett, ob wir ihnen das Plateau mit dem Olivenbaum überlassen können, sie wollen da für die nächsten 2 Wochen ihr Zelt aufschlagen. Auch sie sind aus Athen und kommen schon das 6. Jahr hier her an den Strand.

Gut, wir räumen das Feld, wir hatten ohnehin vor, morgen früh weiterzufahren.

Dafür werden wir am Abend mit gutem griechischen Käse belohnt.

Die Nacht wird wieder recht stürmisch, morgen zwicke ich wirklich endlich mal die Reisverschluss-Schiebergriffe ab, damit die in der Nacht bei starkem Wind nicht immer so neben meinem Ohr herumklankerln.

Wir haben noch ein paar Buchten am südöstlichen Zipfel der Insel im Auge und brechen ohne Frühstück auf. Der Plan ist, in der nächsten schönen Bucht ein Prosecco Frühstück zu machen.

Es ist immer noch sehr windig und das Meer hat hohe Wellen mit weißen Kronen.

Wir kommen wieder an einem riesigen Strand vorbei. Es ist kein Mensch da. Für uns der Platz nicht so ideal, da weit und breit kein schattenspendender Baum in Sicht ist und an ein Aufstellen unserer Markiese bei dem Wind nicht zu denken ist.

Gleich 5 Minuten weiter ist eine winzig kleine Bucht, die windgeschützt gelegen ist und daher auch ziemlich überbevölkert.

Wir dingeln weiter die Piste bergauf, bergab.

Der nächste riesige Strand kommt in Sicht. Mir kommt vor, der Wind wird immer stärker und die Wellen immer höher!

Der Strand ist an einem kleinen Ort gelegen mit fruchtbaren Gärten. Ein Fluss, der Wasser führt mündet ins Meer.

Entlang des Flussbettes haben sich viele Camper im Schatten der Bäume niedergelassen.

Es gibt eine nette Taverne am Ende des Strandes etwas oberhalb. Es ist ca 11:15 Uhr und da wir kein Frühstück hatten, haben wir beschlossen eine Kleinigkeit zu essen. Es ist noch nichts los und die Wirtin spricht kein Englisch. Bis sie uns verständlich gemacht hat, dass es erst ab 12:30 etwas zu Essen gibt, hat’s etwas gedauert. Also mit leerem Magen weiter zu dem Strand der auf Google Earth am vielversprechendsten ausgesehen hat.

Für die ca 6 km lange, schmale Piste brauchen wir eine gute dreiviertel Stunde.

Es geht in eine enge Schlucht hinunter, ein paar sehr alte Steinhäuser sind zu sehen, am Bergkamm wieder Windräder.

Der Strand wäre perfekt! Sandstrand eingerahmt von einer schönen Felskullise. Kein Mensch da. ABER der Sturm geht hier so, dass wir nicht bleiben können. Schade!

Wir beschließen zur Taverne zurückzufahren und bei einer Stärkung den weiteren Plan zu schmieden.

Mittlerweile geht auch hier der Sturm so stark, dass wir im Schatten unter den Platanen ein Westerl brauchen um nicht zu frieren. Die geschmorte Ziege in Zitronensauce und der süffige Hauswein entschädigen uns ein wenig für die Sturm-Niederlage.

Was sollen wir jetzt bloß machen? In den Norden rauf fahren? Aber den weiten Weg in Kauf nehmen, ohne zu wissen, ob es dort besser ist. Die für uns interessanteren Buchten im Norden befinden sich ebenfalls an der Ostküste (glauben wir zumindest).

Vielleicht wäre es besser, im Süden zu bleiben und die westliche Seite auszuprobieren? Das machen wir dann auch. Gleich nach Karystos gibt viele Strände. Das Meer ist hier wirklich etwas ruhiger, der Wind nicht so stark. Aber wir sind noch zu nahe an der Zivilisation.

Wir kommen in ein Gebiet, das seltsam aussieht. Ein Strassengewirr und Plateaus mitten im Nichts. Sieht aus, als ob hier 100te Bauparzellen mit bereits fertig angelegten Straßen gemacht worden sind. Teilweise holt sich die Natur ihr Territorium schon wieder zurück, Gras wächst mitten auf den aufgebrochenen Straßen. Häuser sieht man jedoch nur vereinzelt.

Nach 3 Anläufen finden wir tatsächlich eine einsame Bucht, in der es relativ Windstill ist. Der Strand ist zwar nicht ganz so schön, aber für heute sicher die Beste Wahl.

Am Abend kommt eine Familie mit einem Tauchlehrer vorbei um eine Std. zu tauchen, dann sind wir wieder alleine.

Die Bucht ist nicht so schlecht, aber irgendwie hat es uns östlich von Karystos besser gefallen. Da die Wettervorhersage meint, der Wind würde für die nächsten 2 Tage weniger werden, wollen wir noch mal unser Glück versuchen und packen gleich in der Früh zusammen. Noch mal nach Karystos um die Vorräte aufzufüllen, vorallem den guten Roséwein, der nach Rosenblüten schmeckt und ideal für den nachmittäglichen Strandspritzer ist.

An der Hafenpromenade nehmen wir noch ein kleines Frühstück ein. Der junge Kellner versteht kaum englisch, wir bestellen Taramas und Auberginenpaste, bekommen zusätzlich noch einen Teller mit grünem Blattgemüse, das wir nicht bestellt haben. Aber ein bisschen Gemüse schadet nicht, also essen wir es. Aber was ist das? Sieht ein bisschen aus wie junger Spinat oder Mangold, ist aber keines von beiden, die Blattstruktur ist etwas anders. Schmeckt sehr fein! Als der Chef des Hauses, der sehr freundlichen ist, kommt, fragen wir ihn, was das ist. Wlita sagt er. Ein typisches Gemüse, dass jetzt Saison hat. Noch nie davon gehört. Als ich später google, finde ich herau, dass das die Blätter der Amaranth Pflanze sind. Muss ich mir merken, hat echt gut geschmeckt! Außerdem lassen wir uns vom Chef noch zu einer Portion Moussaka überreden, obwohl wir eigentlich schon satt sind. Aber es ist gerade frisch aus dem Ofen gekommen und duftet herrlich. Und es schmeckt auch herrlich!

Pappsatt fahren wir wieder die Küste entlang in Richtung Südwesten, wo es uns am Besten gefallen hat. Diesmal haben wir Glück und die kleine Bucht, kurz vor dem großen Strand, den wir gestern früh verlassen haben, ist frei. Auch der Wind ist uns wohlgesonnen und hält sich in Grenzen. Wir schlagen an diesem herrlichen Plätzchen unser Lager für die letzten zweieinhalb Tage auf Evia auf.

Ach kann das Leben schön sein!


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