Mittelalterliche Dörfer und Offroad Pisten auf Chios

Alle paar Tage, wenn wir Futter oder Wein brauchen, verlassen wir den Strand und ziehen weiter. So kommen wir nach Avgonima, ein sehr altes Dorf mit teilweise schön renovierten alten Steinhäusern. Wir trinken ein Bier und plaudern ein bisschen mit der Wirtin. Die Taverne war früher eine Schule, in die noch ihr Vater als Kind gegangen ist. Dann ist die Familie nach Amerika ausgewandert und sie ist dort aufgewachsen. Vor einigen Jahren ist die Familie nach Chios zurückgekehrt. 



Nicht weit von hier liegt das 1822 verlassene mitellalterliche Geisterdorf Anavatos auf einer früher sicherlich schwer einnehmbaren Anhöhe. 

Hier sind Renovierungsarbeiten im Gange, ein paar Häuser scheinen auch schon wieder bewohnt zu sein. 




Auf keinen Fall darf man sich das Mastixdorf Pyrgi entgehen lassen. Die Fassaden der Häuser sind mit geometrischen Mustern versehen. Es wird auch das bemalte Dorf genannt. 

Wir sitzen am Vormittag am Marktplatz umgeben von laut diskutierenden älteren griechischen Männern. Ein fahrender Obst-und Gemüseverkäufer kommt vorbei und dann das Highlight, der fahrende Fischverkäufer. Die herumstreunenden Katzen haben ihn als erstes entdeckt und kurz später ist er auch von vielen Einheimischen umringt. Wir haben in der Früh am Hafen von Lithi Fisch gekauft, dennoch sind wir neugierig was es gibt und erstehen ein halbes Kilo kleine Shrimps für nur 3 Euro. 

Wir wollen natürlich nicht immer die (eh in mehr schlechten als rechtem Zustand befindlichen) Hauptstraßen fahren und so suchen wir uns Wege abseits. Wir fahren schöne Pisten entlang des Meeres und auch im Landesinnern. Teilweise werden Flußbette als Weg genutzt, was um diese Jahreszeit, wo kein einziger Fluss Wasser führt, kein Problem ist. 




Einmal will uns das Navi einen „Weg“ der nur mit äußerst viel Phantasie als solcher zu erkennen ist einen Steilhang links hinauf routen. Da habe ich Christian ZUM ALLERERSTEN MAL ÜBERHAUPT sagen gehört: „das ist unfahrbar, da fahr ma nicht!“ Leider ist auch der Weg, auf dem wir uns gerade befinden gleich darauf bei einem Viehverschlag zu Ende. Also umdrehen nahe am Abgrund und neuen Weg suchen.

 Über die ganze Insel erstreckt sich ein Netz von alten Wachtürmen (teilweise aus dem 11. Jahrhundert), sowohl an der Küste, als auch im Landesinneren auf den Anhöhen. 

Aber nicht nur Offroad stoßen wir an unsere Grenzen. Einmal, natürlich wieder auf der Suche nach frischem Fisch, fahren wir in einen Ort hinein, der auf der Karte vermuten lässt, dass es einen Hafen und auch Geschäfte gibt. Ich hab schon ein mulmiges Gefühl, als wieder alles so schmal und eng wird. Der Ort ist irgendwie unsympathisch, es gibt keinen Fischverkäufer, die Leute sind auch nicht besonders freundlich. Bis auf die 2 Polizisten, die zufällig sehen, wie wir in einem engen Gegenverkehrsbereich quasi feststecken. Sie geben uns Polizeigeleit  und bringen uns auf dem für uns besten Weg aus den engen Gasserln hinaus. Mitten an der Kreuzung zur Hauptstraße bleiben sie stehen und tratschen noch ein bisschen mit uns. 

Wir haben wirklich viel gesehen von der Insel, der ursprüngliche, mir dichten Wäldern bewachsene Norden und auch der Westen gefällt mir besser als der sehr karge, aber touristischer Südosten. Wir haben in wunderschönen Buchten mit fast karibisch türkisem Wasser gebadet und in kleinen nicht ganz so hübschen Buchten, in denen wir dafür ganz alleine waren (was mir persönlich besser gefällt). 




Zum Schluss sind wir noch mal an den Traumstand am Trachili Beach zurückgekehrt. Eine wunderbare Kulisse, schönes Wasser und wenig Leute, da der Weg runter ziemlich schlecht ist. 



Insgesamt ein Urlaub ganz nach unserem Geschmack. We love Chios! 


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