Skifahren in Afrika – Wie geil ist das denn!

Beim Sachenpacken und Autoeinräumen in Graz denk ich mir: ob das wirklich dafür steht, der ganze Aufwand mit den Skischuhen, Bigfoot, Helmen, das alles aufs Dach zu packen (weil drinnen is ja sowieso kein Platz), kompliziert und noch dazu so schwer, dass das Dach kaum aufgeht.

Aber jetzt muss ich sagen JA! Ja es hat sich absolut gelohnt!
Gestern noch dort unten:

Heute schon hier oben:

Wir kommen Sonntag Abend in Oukaimeden an und parken uns gleich direkt vor der Lifttalstation auf 2.640m ein. Wir fragen ob der Lift morgen geöffnet ist und bekommen ein ja, ab 10 Uhr, zur Antwort. Kaum sind wir am nächsten Morgen aus unserem Bremi geklettert steht auch schon der erste Souvenirverkäufer auf der Matte.

Auch er versichert uns, dass um 10 Uhr die Lifte öffnen. Gut, dann machen wir erst mal Frühstück. Sehr romantisch am Parkplatz. Es ist zwar noch frisch in der Früh auf über 2.600m, aber die Sonne strahlt!
Unzählige Busse karren Skiequipment heran. Ich wundere mich nur WER sich das alles ausborgen soll..

.Als sich so viertel nach 10h noch immer nichts tut in Sachen Liftbetrieb gehen wir mal vor zur Talstation und fragen wann’s losgeht. Nein, heute sei geschlossen, sagen sie, zuwenig Klienten. Gut, das stimmt, los ist nicht viel. Neben den ca 30 Souvenierverkäufern, Skiverleihern, Tee- und Nussriegelanbietern sind einige wenige junge Marrokaner da, die aber nur zum Selfiemachen und Posen im Schnee hier heraufgekommen sind. Inzwischen ist auch noch ein Kanadier angekommen, der auch unbedingt in Afrika Skifahren will. Nach einigen Diskussionen mit dem Liftpersonal, sie versichern uns mehrmals, dass morgen auf jeden Fall Liftbetrieb sei, machen sie dann doch den kleinen Schlepplift für uns auf. Das ist zwar nicht das, was wir wollten, aber immerhin. Wir packen unsere Bigfoot aus, verhandeln den Liftpreis von 100 Dirham auf 60 herunter, also ca € 5,50 für uns beide und schmeißen uns auf die Piste.

Der Lift, vorallem das seltsame System mit der Feder beim Einstieg, das einen beim Losfahren gleich mal 2 Meter weit hüpfen lässt, ist etwas gewöhnungsbedürftig. Die Piste ist auch nicht der Burner. Aber wir waren Skifahren in Afrika!
Nachdem traumhaftes Wetter ist und uns noch mal versichert wurde, dass morgen der Sessellift, der auf über 3.000m hinaufgeht, geöffnet hat, beschließen wir bis morgen zu bleiben und richtig Skifahren zu gehen.
Am Nachmittag wandern wir ein bisschen herum und nehmen eine Stärkung bei einer der zahlreichen „Apresskihütten“:

Als es dann am nächsten Tag heißt, nein, wir machen den Sessellift nicht auf, es sind zu wenig Klienten da, wird der Dackl mal so richtig böse. Das hilft, und nach einigem Hin und Her können wir rauffahren auf  3.255 Meter. Eine traumhafte Aussicht in alle Richtungen und auf den Toubkal, den mit 4.167m höchsten Berg Nordafrikas.

Wir beschließen, nicht die Bigfoot zu nehmen , sondern uns Ski auszuborgen. Teilweise ist das Material ja wirklich zum Schreien, aber nachdem wir die ersten Kunden sind, haben wir Glück und können einigermaßen akzeptable Ski aussuchen.


(das sind nicht die, die wir ausgeborgt haben)

Es stellt sich heraus, dass die Souvenierverkäufer auch als Skilehrer und Skiguide arbeiten. Der Eine, der uns schon seit gestern Früh belagert, möchte unbedingt als Guide mit uns auf den Berg. Ich denk mir, wofür bitte brauchen wir bei nur einem Lift einen Guide, aber diesmal ist der Dackl der, der sich erweichen lässt und meint, na gut, dann nehmen wir ihn halt mit. Wir machen ihm vorher noch klar, dass die 1.000 Dirham, die er dafür will, bei weitem zu viel sind. Er möchte nachher noch mal über den Preis verhandeln. (ich nehm’s gleich vorweg, er hat letztendlich 350 dh und ein Bier bekommen und das ist noch recht viel, denke ich) Es war dann doch gut, dass wir ihn mitgehabt haben, denn präparierte Pisten gibt es natürlich nicht. Auch keine Wegweiser oder Hinweise, wo man am Besten runterfahren soll. Und so ist es gut, dass unser Guide das doch von Felsen sehr zerklüftete Gelände gut kennt und uns auf traumhafte, aufgefirnte Routen führt.


Es war ein genialer Skitag im Hohen Atlas, wir sind beide glücklich, dass wir das erleben durften!

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