Offroadetappen, die Berge und unerreichbare Strände.

Wir wollen mal ein bisschen Offroad fahren und nehmen ein paar kleine Pistenwegerl durch die Wälder. Wege gibt es hier unzählige, wofür so viele ist mir nicht ganz klar.

Im Nordwesten verändert sich die Vegetation wieder und wir fahren durch Tannenwälder.

An der nördlichen Westküste machen wir eine Pause zum Vorräte auffüllen und stärken ins in einem kleinen Lokal an der Uferpromenade. Der Plan ist, querfeldein über die Berge wieder an die Ostküste zu fahren, da haben wir den Potami Beach im Auge, der recht schön sein soll. Hier an der Westküste sieht man noch teilweise die Spuren des Unwetters der frühen Morgenstunden. Ob das eine gute Idee ist, abseits der befestigten Straßen rumzukurven, wo es doch immer wieder schon auf den „normalen“ Verkehrswegen zu starken Behinderungen aufgrund von Vermurungen kommt. Aber wer nicht wagt, der nicht gewinnt, also beginnt wieder die Fahrt ins ungewisse.

Vorbei an einem schönen Kloster schrauben wir uns gemächlich den Berg hinauf. Noch ist der Weg recht schön. Wir sehen eine Ziegenherde rumturnen und genießen den Duft der Pinien. Hier hat es vor längerer Zeit mal gebrannt, großflächig sind verkohlte Baumleichen zu sehen. Als wir auf der anderen Seite wieder runter fahren wird der Weg dann doch ausgewaschen und wir lassen doch Luft aus den Reifen ab.

Wir kommen an ein paar Seen und seltsamen Gesteinsformationen vorbei. Schaut aus wie ein altes Abbaugebiet.

Irgendwo im Nirgendwo hat ein Ziegenhirte seinen Verschlag. Plötzlich stehen wir vor einem verschlossenen Fabriksgelände. Der Tagbau ist also doch noch in Betrieb. Zum Glück gibt es einen anderen Weg, der uns wieder in die Zivilisation führt und wir müssen nicht die ganze Weite Strecke zurückfahren.

Als wir die Abfahrt richtung Potami Beach erreicht haben, schaut auch dieser Weg noch ganz gut aus. Doch wir müssen noch mal abbiegen. An der Abzweigung parken ein paar Autos. Der Weg schaut nicht mehr besonders gut aus, sehr schmal, steil und ausgewaschen aber fahrbar. Vor der letzten Kurve zum Strand tut sich plötzlich ein großer Graben auf, der weitere Weg ist zur hälfte weggespült. Schaut nicht gut für uns aus, hier scheint Endstation zu sein. Und natürlich auch kein Platz zum umdrehen.

Wir steigen aus und schauen uns die Lage mal an. Der Strand ist wirklich sehr schön, ein paar Camper haben sich mit ihren Zelten niedergelassen. Einer erzählt uns, dass voriges Jahr einer mit einem Jeep versucht hat hier runter zu fahren und dabei umgekippt ist. Das Auto ist dann ein paar Monate dort gelegen, bis er jemanden gefunden hatte, der es geschafft hat ihn rauszuziehen.

Runter geht also nicht. Aber wie kommen wir wieder rauf? Irgendwie hab ich immer schon mal die Situation kommen sehen, in der wir weder vor noch zurück können. Zurückraufschieben auf dem steilen, engen Weg mit einer extremen Kehre dem Bremach, der nicht besonders wendig ist und mich als Einweiser – na viel Spaß!

Ein paar Meter weiter oben hat der Weg zum Glück eine kleine Ausbuchtung, wo Christian mit viel gekurbel doch umdrehen kann. Das wäre mal geschafft. Ein Stückchen weiter oben nach der Abzweigung finden wir auch gleich unseren nächsten Notschlafplatz auf einer Kuppe, wo wir einen schönen Blick auf den Sonnenuntergang haben.

Am nächsten Morgen geht’s weiter ins Dirfys Gebirge. Der Höchste Gipfel ist 1.700 Meter hoch. Die Straße teilweise abenteuerlich, immerwieder durchbrochene, hinunterhängende Leitblanken (oder gar keine), abgebrochene Straßenstücke und Schlaglöcher. Aber wunderschöner Ausblick.

Viele Edelkastanienbäume gibt es plötzlich und der Straßenrand ist kilometerlang von wilden Salbei gesäumt.

Feigen und Bienen gibts sowieso wieder jede Menge.

Gegen späteren Nachmittag versuchen wir es wieder mit einem Strand in der Nähe. Ein Grieche hat uns am Abend den Xiliadou Beach empfohlen. Ich schau mir das auf Google Earth an, ein großer, breiter Strand mit Tavernen. Das ist eher nicht so unseres. Aber gleich daneben seh ich eine kleine Bucht, wo nix los ist und einen Weg scheint es auch zu geben. Der Weg dorthin zweigt vom Weg nach Xiliadou ab und leider haben wir auch diesmal kein Glück. Bis zu einem Haus, das da plötzlich im Nichts steht, ist der Weg noch ganz passabel, aber gleich danach komplett ausgewaschen und zerklüftet.

Wir gehen ein paar hundert Meter runter, besser wird’s leider nicht. Schon stehen wir wieder vor dem Problem, wo drehen wir bloß um? Leider tut sich hier keine irgendwie geeignete Stelle auf. Ich sehe im Garten des Hauses einen jungen Mann und frage, ob wir in seiner Einfahrt umdrehen können. Er öffnet das Tor und wir plaudern ein bisschen. Er meint, da könne man schon seit 10 Jahren nicht mehr runterfahren. Gut dann eben doch auf den Xiliadou Strand und gemütlich am Abend in einer Taverne essen.

Am nächsten Morgen halten wir uns nicht lange auf und machen uns auf die Suche nach weiteren wenig bevölkerten Stränden. Der Ostküste entlang geht es Richtung Süden. Immer wieder steil bergauf und bergab mit extrem engen Kehren. Natürlich alles ungesichert. Das ist ja fast schon anstrengender als Offroadfahren.

Wir kommen an Stränden vorbei die schön sind, wir aber auslassen, da zu viele Leute da sind. Schlussendlich werden wir belohnt und finden eine kleine Bucht, sehr lieb gelegen und kein Mensch da!


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