In der Hauptstadt Myrina begrüßt uns von der Fähre aus die hell erleuchtete, gigantische alte Festung – eine tolle Kullisse!
An nächsten Tag begeben wir uns auf Shopping Tour durch die Hauptstadt und finden alles was wir brauchen: Fischer, Fleischer, Gemüsestandl, einen lokalen Shop mit Spezialitäten wie Käse, Wein und so etwas in der Art wie Pastrami, aber mit lokalen Gewürzen, den Namen hab ich mir leider nicht gemerkt.
Wir essen das beste Stifado ever und machen uns auf den Weg, den Westen bzw. Nordwesten der Insel zu erkunden.



Die Landschaft ist karg, hauptsächlich mit verdorrten Dornenbuschen bedeckt. Aber immer wieder gibt es Schneisen von Feldern zwischendrinnen. Für unsere Begriffe seltsam angeordnet, meist schmale Streifen, die serpentinenförmig am Hang angelegt sind.


Wir steuern eine am Satellitenbild verlockend aussehende Doppelbucht an.
Der Weg dort hinunter ist extrem Offroad und spektakulär. Zuerst wissen wir nicht, ob man da überhaupt hinunter fahren darf, da das Gebiet eingezäunt ist. Aber nach genauerem Hinsehen, ist das Tor nur mit einer Schnur zugehängt und nicht versperrt. Das kennen wir schon und soll dazu dienen, dass die Ziegen/Schafe drinnen bleiben. Durchfahren darf man aber.
Für die knapp 5 km sind wir mal eine Dreiviertelstunde unterwegs und werden mit toller Aussicht belohnt.
Wie sehen Felder, die angelegt sind wie ein gigantischer „Erzberg“ und viele Ziegen.




Von der Ferne meine ich, ein paar Autos unten in der Doppelbucht zu erkennen. Na gut, dann sind wir halt nicht alleine, denke ich.
Die letzten paar Meter hinunter zur Bucht sind extrem steil und der Weg ist sehr schlecht. Das macht unserem Bremi aber nichts und er klettert brav hinunter.
Am Video schaut das alles – wie immer – nicht so spektakulär aus.
Unten angekommen schauen die beiden Strände gar nicht mehr so einladend aus. Eher größere Steine, kein Sand und Müll.
Beim Kircherl, das auf der Karte eingezeichnet ist, sitzen 8 Männer unter Bäumen im Schatten und winken uns sofort hinzukommen. Wir bekommen Bier und Kostproben von ihrem Mittagessen. Das für uns faszinierendste ist aber, dass die Jungs in der Kirche schlafen 😅.
Es sind alles einheimische Fischer, die am Wochenende abseits vom Geschehen Party machen und Harpunieren gehen. Sie haben den Dackl „Crazy Christian“ getauft, weil er hier heruntergefahren ist.


Die beiden Strände in der Doppelbucht sind für uns nicht einladend genug um zu bleiben, somit ist für uns klar, dass wir die illustre Runde wieder verlassen und weiterziehen. Wie haben eine Bucht im Visier, die wir beim Runterfahren gesehen haben und die sehr nett aussieht. Jedoch raten uns die Jungs davon ab, dort runter zu fahren. Das sei mit unserem Auto nicht fahrbahr. Ok, dann gehen wir die rund 700m zu Fuß runter und schauen uns das mal an.
Der Weg schaut anfänglich harmlos aus, mündet dann in eine ziemlich schräge Steilkurve und dann geht’s steil bergab mit viel losem Geröll. Alles kein Problem meint der Dackl. Ich bin schon seeehr skeptisch und hoffe auf gute Argumente, nicht runterfahren zu müssen.
Das Plateau mit den schattenspendenden Bäumen, das wir von oben gesehen haben, ist durch einen kleinen Steinwall abgetrennt und der Strand selber ist nicht so schön, wie er von oben ausgesehen hat und sich daher der mühsame Weg nicht lohnt. Da hab ich erstmal noch Glück gehabt.


Wir fahren also weiter zum Gomati Strand – der Strand an der Sanddüne und übernachten dort. Ein riesiger Strand, teilweise bewirtschaftet aber sehr viel freier Strand. Es ist quasi nix los und am Abend sind wir sowieso alleine.

Bevor wir am nächsten Tag zur richtigen große Sanddüne fahren, schauen wir uns noch den Panzer aus dem 2. Weltkrieg an, der oberhalb vom Strand in der Düne steht.


Das Cosmogirl ist endlich wieder in der Wüste. In einer Mini-Wüste zumindest. Auf Limnos gibt es so ca. 2km km vom Meer entfernt die größte Sanddüne Europas – hier gerne „die kleine Sahara“ genannt. Die Düne ist schon irgendwie beeindruckend. Groß und steil abfallend erstreckt sie sich mitten in den kargen Dornenhügeln.


Die Gomati Düne ist die größte aber nicht die einzige auf der Insel, wie sich später noch herausstellen sollte. Zwei Tage später machen wir eine unfreiwillige Dünenfahrt, aber das ist eine andere Geschichte.
Die Reise geht weiter die Nordküste entlang. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, erstmal so viele Buchten wie möglich zu erkunden um dann zu entscheiden, wo wir die letzten Tage chillen wollen. Daher wählen wir natürlich auch die Wege, die der Küste entlang verlaufen. Kurze Zeit später stehen wir an einem nicht so prickelnden Strand, der Weg scheint aus zu sein, wir sehen aber am anderen Ende einen Weg den Hügel rauf gehen.

Der Weg schaut auf meiner Karte „ganz normal“ aus und auch das Garmin Navi hat ihn drinnen. Wir überlegen kurz. Geht zwar steil rauf, und man sieht nicht, wie es weitergeht, aber steil ist kein Problem für uns.
Tja, ich werde wieder mal eines bessern belehrt. Es kann immer so schnell gehen, dass sich ein vermeintlich normaler Weg in eine Katastrophe verwandelt. Leider sieht man das halt nie auf der Karte.
Das Problem ist nur, wir stehen extrem ungünstig, umdrehen ist absolut nicht möglich. Da wird zum ersten Mal Christian auch etwas mulmig zumute. Den steilen, kurvigen Weg mit 19 Grad Schräge zurück runterschieben ist nicht gerade eine verlockende Alternative. Also müssen wir rauf. Für mich schaut das alles schon wieder wie eine größere Katastrophe aus. Der „Weg“ ist komplett ausgewaschen und dann noch ein großes Loch, bevor er in ein Feld übergeht. Am Ende des Feldes geht der Weg weiter, als ob nie etwas gewesen wäre.

Der gute Bremi ist zum Glück raufgeklettert, als ob nichts wäre. Ich bin wieder mal beeindruckt. Uff, das wäre mal geschafft. Das war das härteste Offroadteilstück, das wir in Griechenland je hatten.
Wir klappern weiter die Küste ab, bis wir am späten Nachmittag auf einen netten kleinen Sandstrand stoßen. Es gibt ein paar Dauercamper und ein paar Tagesbadegäste. Es ist Zeit zum Chillen und so übernachten wir hier.



Das Scouting geht weiter, wir sehen viele Buchten. sind aber mit keiner richtig zufrieden. Entweder kein Sandstrand, oder zu viel Müll oder der Seegrasteppich ist zu hoch. Oft besteht der gesamte Strand nur aus Seegras. Teilweise stinkt das auch ziemlich.




Auf unserer Tour kommen wir an diesen schönen abstrusen Felsformationen vorbei, die aussehen, wie von einer andern Welt. In der Karte und auf diversen Webseiten sind sie als Lavafelsen von Faraklou betitelt. Vor Ort steht eine Tafel, die sie als Sandsteinerosionen ausweist. Das kommt mir irgendwie plausibler vor.




Wir finden unseren Schlafplatz auf einem Horn mit Doppelbucht in der Nähe des Ausgrabungsortes Ifestia. Die eine Bucht hat Sandstrand und ist schön zum Schwimmen, die andere Seite, wo wir uns niederlassen hat eine tolle Kulisse.

