Es gibt drei wichtige historische Stätten auf Limnos mit über 6000 Jahren alter Geschichte.
Wir schauen uns das Amphitheater von Ifestia/Hephistia an, das ziemlich gut erhalten ist. Die antike Stätte von Ifestia war von der Jungsteinzeit bis zum frühen Christentum ein wichtiges, religiöses Zentrum. Die Ausgrabungen zeigen Reste einer großen Siedlung u.a. mit Burg, Friedhof, Bädern, hellenistischem Theater und Tempelanlagen. Die Ausgrabungsstätten waren geschlossen, als wir dort waren, aber das alte Theater konnten wir trotzdem sehen.


Wir wollen weiter in die nächste Bucht, weil wir Internet brauchen, und dort gibt es laut Karte eine Strandbar. Meistens gibt es dort auch Empfang oder W-Lan.
Wir wählen den Weg an der Küste, schaut auf der Karte gut aus und auch das Garmin Navi schlägt diesen vor. Am Weg haben wir Blick auf ein riesiges aufgelassenes Resort.


Plötzlich, nach einer etwas steileren Kurve, die Bucht ist schon zum Greifen nahe, mündet die Schotterpiste in eine Sanddüne.
Es ist ein „Weg“ zu erahnen, gefahren ist schon länger niemand mehr. Noch dazu geht es ziemlich bergauf.
Umdrehen ist an dieser Stelle unmöglich. Daher müssen wir es versuchen.
Wir schaffen es zwar ein gutes Stück, aber ein paar Meter vor Ende der Steigung ist Schluß. Auch nach 3 maligem Zurückschieben und Schwung nehmen schaffen wir es nicht, wir bleiben immer ungefähr an der selben Stelle stecken.


Also müssen die Sandbleche her. Wir montieren mal 2 der Treds ab. Noch immer keine Chance. Die Treds fräsen sich in den Sand und der gute Bremi ist nicht weiter gekommen als vorher.
Auch mit 4 Treds klappt es noch nicht. Zum Glück sind wir gut ausgestattet und haben noch die alten, schweren, wirklichen Bleche dabei.

Mit den 6 Blechen hanteln wir uns dann 3 x vor, bis wir die Steigung überwunden haben. Es ist gar nicht so einfach, die Dinger im Sand wieder zu finden und auszugraben. Das war mal so eine gute Stunde Arbeit.
Zum Glück ist die Strandbar dann nicht mehr weit, das Bier und den Ouzo haben wir uns redlich verdient!
Der Lost Place, das Resort, liegt am Weg zur nächsten historischen und sagenumwobenen Stätte und wir machen kurz halt.









Gleich in der Nähe ist der Tempel von Kavirio, ein altes Heiligtum, das den Göttern Kaviri gewidmet war. Man geht davon aus, dass das Heiligtum von Kavirio um das 6. oder 7. Jahrhundert v. C. errichtet wurde.


Direkt unterhalb befindet sich die Höhle von Philoktetis. Der Mythologie zufolge ist dies der Ort, wo der homerischen Held Odysseus, auf dem Weg zum trojanischen Krieg, seinen Kamaraden Philoktetis, der von einer Schlange gebissen wurde, zurück gelassen hatte, in der Hoffnung auf Heilung. Letzterer, so heißt es, verdankte seine Genesung der bis ins 19. Jahrhundert bekannten Heilerde, die besonders in römischer Zeit ein Exportschlager von Limnos war. Abgebaut wurde sie in der Nähe eines erloschenen Vulkans.

Wir schauen uns die Nachbarbucht an in der Hoffnung, einen schönen Schlafplatz zu finden.
Wir landen wieder mal in einer Sanddüne mit genau einem Platz, wo wir uns reinfahren trauen, ohne uns einzugraben. Sehr chillig hier, gefällt uns!





Am nächsten Tag geht es weiter mit Beachscouting. Wir sind am nordöstlichen Zipfel von Limnos. Zwei Buchten weiter gibt es einen sehr schönen großen bewirtschafteten Strand mit weißem Sand und klarem Wasser. Wir trinken Cappuccino Freddo (trinken alle Griechen ständig überall und schmeckt laut Dackl extrem gut – starker Kaffee und perfekter Milchschaum) und ein Glaserl hervorragenden Limnos Wein und ziehen weiter. Die nächste zufahrbare Bucht ist wieder ein Traum und nur ein paar Leute sind hier. Am Ende der Bucht steht ein Kircherl malerisch am Felsen. Wir schauen uns die gegenüberliegende Nordostseite des Zipferls an. Die Strände sind alle zum Vergessen. Kein Sand, Müll, vieeeel Seegras.





Als nächstes ist die Ostseite der Insel dran. Hier findet man weitläufige Sandstrände und aufgrund der stärkeren Winde sind das die Buchten, in denen viele Surfer, vorallem Kite-Surfer anzutreffen sind.
An einem Ende der Bucht, hinter der der große Salzsee liegt, stehen ca. 30 Wohnmobile.


Die Bucht ist ein Wahnsinn – ein elendslanger schöner Sandstrand und bis auf die Camper am Ende gar nichts los. Es geht schon ziemlich der Wind.
Die nächste Bucht ist der Keros Beach – der Kiterstrand schlechthin. Hier gibt es Appartements, Campingplätze, Kiteschulen und Strandbars. Es ist auch für Anfang September noch sehr viel los und sind hunderte Camper hier. Schnell weg- das ist nichts für uns!
Seit 2 Tagen meint Christian, die Bremse vom Bremach funktioniert nicht mehr so richtig. Sie geht leer durch, er muss pumpen, damit wir Bremswirkung haben und das Auto zieht nach rechts.
Christian kontrolliert die Bremsflüssigkeit, Schläuche und sonstiges Zeugs, von dem ich keine Ahnung habe, findet aber nichts auffälliges.
Je mehr Piste wir fahren, desto schlimmer wird es. So wollen wir nicht mehr weiterfahren. Zufällig fährt am Keros Besch ein Abschleppwagen vorbei, Christian hält ihn auf und fragt, wo die nächste Werkstatt ist. Es ist fast 18:00 Uhr, als wir bei der Werkstatt ankommen, ein Mechaniker schaut sich das Ganze noch schnell an, Christian und er diskutieren, was es denn sein könnte. Versuchen zu reparieren könne er erst morgen Vormittag.
5 km von der Werkstatt liegt der kleine Hafenort Nea Koutali, gut, dann gehen wir halt am Abend dort Essen und sind morgen früh gleich wieder da. Inzwischen knackst das linke Vorderrad auch manchmal ziemlich beunruhigend. Da muss noch irgendetwas anders sein.
In der Früh sieht Christian, dass sämtliche Schrauben an der Radnabe locker waren. Es hat sich herausgestellt, dass die Schrauben und die Gewinde kaputt waren und uns das Rad sicher schon bald um die Ohren geflogen wäre. Wahrscheinlich war das auch der Grund für den fehlenden Antrieb am linken Vorderrad in der Düne. Keine Minute zu früh, dass wir die Werkstatt aufgesucht haben. Zum Glück hatten wir einen versierten Mechaniker, der u.a. durch Nachbohren der Gewinde das Problem gefixt hat. Da nehmen wir die 5 Std. Wartezeit gerne in Kauf.


Weiter geht es mit der Erkundungstour am Zipfel im Süden des westlichen Teils der Insel. Hier gibt es nichts, außer ein paar riesige Bauernhöfe, unendliche Felder und große Schaf- und Ziegenherden.





An der Ostseite des Zipfels sieht es am Satellitenbild vielversprechend aus. Wir zuckeln einen Hügel hinauf, die Piste ist nicht so schlecht, die Aussicht ist wunderschön. Auf der anderen Seite geht der Weg in zwei extremen Spitzkehren zum Meer hinunter. Es ist ziemlich einsam hier.





Wie so oft schaut der Strand aus der Nähe nicht ganz so toll aus, wie von der Ferne. Wir sind nicht ganz zufrieden, aber der Weg geht etwas oberhalb entlang der Wasserkante weiter. Wir befragen die Satelitenkarte. Lohnt es sich weiterzufahren? Es könnte noch ein, zwei, Buchten geben. Aber ob man direkt zum Strand runterfahren kann und ob es schön ist, sieht man natürlich nicht so genau.
Ich – wie immer skeptisch – schlage vor, mal ein paar Meter zu gehen um uns das anzusehen. Der Weg verläuft schmal am Hang entlang. Ob man dann wohl wo umdrehen kann (auch das sieht man auf der Karte oder am Satellitenbild nicht immer so deutlich).
Nach ein paar hundert Metern Fußmarsch beschließen wir, noch weiterzufahren, wenn wir schon mal da sind….

Keine 2 Kurven weiter wird der Weg extrem.
Riesige Löcher und Steinstufen und das steil bergab nahe am Abgrund bringen mich zum Aussteigen.


Aber es sollte noch schlimmer kommen und wir stehen vor einem wirklich schrägen Wegstück. Das halten meine Nerven schon gar nicht aus. Ich muss nicht nur aussteigen, sondern kann noch nicht mal richtig hinsehen, wie der Dackl in Schneckentempo die Passage von teilweise 23 Grad Neigung absolviert. Mit wird schon ganz schlecht bei dem Gedanken, dass wir hier ja auch wieder zurück müssen.


Und wofür das Ganze? Für Nichts! Kein Strand mehr weit und breit, nur mehr Seegrasbänke und schmale Schotterstreifen.
Wir kehren über den Hügelrücken zurück, da es gewittrig aussieht und wir nicht bei einem Unwetter da unten sein wollen.
Der Dackl hat aber die Suche nach einem geeigneten Strand noch nicht aufgegeben und ist der Meinung, er hat in seinem Navi einen Weg zu einer Bucht gleich ums Eck. In meinem sämtlichen Kartenmaterial sehe ich das nicht so. Aber gut, mir is wurscht, viel schlimmer, als wir es schon gehabt haben, kann’s eh nicht mehr werden….
Der Weg führt natürlich nicht in eine Bucht, sondern endet mitten in einem Bauernhof. Höchstens kann man noch einen Trampelpfad über den Hügel erkennen, den und das Garmin da schicken wollte. Das hat man davon, wenn man nicht auf die Navigatorin hört….
Als wir den Hof wieder verlassen, kommt gerade der Bauer mit seinem Pickup angefahren und deutet uns stehen zu bleiben. Ob er sich jetzt aufregt, dass wir in seinen Hof gefahren sind? Nein, er schenkt uns frisch geerntete Weintrauben 😄!

Es fängt zu regnen an. Somit ist das Beachscouting für heute abgebrochen. Grillen können wir im Regen auch nicht. Zum Glück findet sich in der Nähe ein Lokal. Wir beschließen mal was zu trinken – nach der anstrengenden Offroadfahrt haben wir uns einen Ouzo verdient!
Kaum steigen wir aus, ruft und winkt uns schon wer zu. Unser Mechaniker!
Schon beginnt ein lustiger Abend und wir sumpfen mal so richtig ab….



